Ausgleichsabgabe

 

Allgemeines

 

Die Ausgleichsabgabe müssen in Deutschland Arbeitgeber, die nicht die im SBG IX gesetzlich vorgeschriebene Zahl von schwerbehinderten Menschen beschäftigen, an das für Ihren Sitz zuständige Integrationsamt entrichten.

 

 

 

Kosten pro unbesetzten Pflichtplatz:

 

-        125 Euro bei einer Beschäftigungsquote von 3 % bis weniger als 5 %

 

-        220 Euro bei einer Beschäftigungsquote von 2 % bis weniger als 3 %

 

-      320 Euro bei einer Beschäftigungsquote von weniger als 2 %

 

 

 

Beispiel zum besseren Verständnis: (Zahlen sind Durschnitt pro Monat in einem Jahr)

 

-         Ab 20 Mitarbeitern muss mindestens einer schwerbehindert sein.

 

-         Bei 40 Arbeitsplätzen muss ein Schwerbehinderter eingestellt sein, andernfalls zahlt der Arbeitgeber 125 € pro Monat.

 

-        Bei 60 Arbeitsplätzen müssen zwei Pflichtplätze mit schwerbehinderten Menschen besetzt sein, andernfalls muss der Arbeitgeber 125 € zahlen, wenn nur ein Pflichtplatz besetzt ist, oder 220 € wenn kein Pflichtplatz besetzt ist.

 

-       Bei 100 Arbeitsplätzen beträgt der Betrag 320 € wenn weniger als zwei schwerbehinderte Menschen eingestellt sind.

 

 

 

Die Höhe der Ausgleichsabgebe ist jährlich selbst zu berechnen und zu zahlen. Es wird keine Zahlungsaufforderung von dem zuständigen Integrationsamt geschickt.
Die Ausgleichsabgabe muss an das für Sie zuständige Integrationsamt bis spätestens 31. März des Folgejahres bezahlt werden.

 

Die Arbeitgeber haben der für ihren Sitz zuständigen Agentur für Arbeit einmal jährlich bis spätestens zum 31. März für das vorangegangene Kalenderjahr, aufgegliedert nach Monaten, die Daten anzuzeigen, die zur Berechnung des Umfangs der Beschäftigungspflicht, zur Überwachung ihrer Erfüllung und der Ausgleichsabgabe notwendig sind. Die Agentur für Arbeit leitet die Daten an das Integrationsamt weiter.

 

 

 

Anrechnung von Aufträgen an Werkstätten für behinderte Menschen

 

Arbeitgeber, die der Ausgleichsabgabe verpflichtet sind, können den Betrag senken oder sogar auf 0 € bringen in dem sie Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) unterstützen. Für jedes Produkt oder jede Dienstleistung die Sie in einer WfbM beziehen, können Sie 50% der in den Aufträgen enthaltenen Arbeitsleistung an der zu zahlenden Ausgleichsabgabe absetzen. Die Höhe der Arbeitsleistung  und das Vorliegen der Anrechnungsvoraussetzung werden auf jeder Rechnung einer WfbM extra ausgewiesen.

 

Die Anrechnung kann nur innerhalb des zu zahlenden Jahres angerechnet werden, es sei denn: Sie kaufen ein Produkt oder beziehen eine Dienstleistung und die Rechnung kommt erst im Folgejahr. In diesem Fall werden Rechnungen und deren Beträge bis 31. März berücksichtigt und können abgesetzt werden.

 

Nicht vorsteuerabzugsberechtigte Arbeitgeber können die Arbeitsleistung um den Mehrwertsteuersatz erhöhen.

 

 

 

Beispiel zum besseren Verständnis:

 

Ihr Betrieb hat durchschnittlich pro Monat in einem Jahr 40 Mitarbeiter und keine Pflichtstelle mit einem Schwerbehinderten besetzt. Dadurch müssen Sie 125 € pro Monat zahlen, d.h. Sie müssen 1500 € pro Jahr zahlen.

 

In diesem Jahr haben Sie in einer WfbM Waren und Dienstleistungen in einem Wert von 2500 € bezogen. Die Arbeitsleistung beträgt 2000 €.

 

Nun können Sie 50% der Arbeitsleistung an der Ausgleisabgabe absetzen.
Die Summe die Sie absetzen können beträgt also 1000 €.

 

Daraus folgt: 1500 € Ausgleichsabgabe – 1000 € Arbeitsleistung = 500 € Restbetrag

 

Sie müssen nur noch 500 € Ausgleichsabgabe bezahlen und haben sich dadurch 1000 € sparen können, da Sie eine WfbM unterstützt haben.

 

Rechnung:

 

                        2500 € Einkauf in einer WfbM
                      -   500 € Materialkosten
                        2000 € Arbeitsleistung
                      - 1000 € 50% absetzbar
                        1000 € absetzbar

 

 

 

                        1500 € Ausgleichsabgabe
                      - 1000 € absetzbarer Betrag
                          500 € Restbetrag der Ausgleichsabgabe